Self-Care: Strategien für den Alltag

Bei vielen engagierten Menschen besteht das Bedürfnis die Welt zu verändern. Dabei vergessen sie oft, dass die innere Veränderung den ersten Schritt zur Veränderung der Welt darstellt. Sich selber wohlzufühlen hat schließlich nicht nur Einfluss auf einen selbst, sondern auf das gesamte Umfeld. Familie, Freunde und Kollegen werden schnell merken, dass man sich wesentlich besser fühlt und davon profitieren. Aus einem scheinbar individuellen Akt wird ein kollektiver Akt. Dies kann bei den vielen negativen Schlagzeilen denen wir täglich ausgesetzt sind schnell verloren gehen.

Hier sind 4 Strategien die mir persönlich helfen mich im Alltag wohlzufühlen und meine persönlichen Herausforderungen besser zu meistern. Ich hoffe, dass sie euch auf eurer Reise zu mehr Wohlbefinden inspirieren können.

1. Social Media vermeiden

Für viele engagierte Menschen spielen soziale Medien eine sehr wichtige Rolle. Sind sie doch oft die einzigen Kanäle in dieser Gesellschaft, die wir haben um unseren Stimmen Gehör zu verschaffen und mit Ähnlich-Denkenden zu kommunizieren. Allerdings passiert nach einiger Zeit etwas, das ich den „Lock-In-Effekt“ nenne. Nachdem wir einige Zeit nur Kontakt zu Menschen hatten die ähnliche Inhalte wie wir verbreiten, sind wir in einer virtuellen Peer-Group gefangen. Unsere Timelines beginnen sich mit anti-rassistischen Texten, Videos und Beiträgen zu füllen. Wir lesen plötzlich nur noch über Geflüchtete, Krieg und rassistische Polizeigewalt. So wichtig diese Themen auch sind, keine menschliche Seele ist dafür geschaffen jeden Tag mit einer solchen Flut an Gewalt konfrontiert zu werden. Soziale Medien haben den Vorteil Vorfälle ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, sie haben aber auch den Nachteil ein völlig verzerrtes Bild der Realität zu erzeugen. Die Welt wirkt plötzlich viel gefährlicher, gewaltvoller und hoffnungsloser, als sie es wirklich ist. Wenn du Morgens aufstehst und das erste was du tust ist ein gewaltvolles Video anzuschauen, ist der Tag für dich gelaufen. Die 15 Minuten die du jeden Morgen damit vergeudest könntest du stattdessen dafür nutzen, sie in dein körperliches oder seelischen Wohlbefinden zu investieren. Meditiere, mache ein kleines Workout, ein leckeres Frühstück oder irgendeine andere deiner Lieblingsaktivitäten. Versuche Social Media für einige Zeit ganz wegzulassen und beobachte wie du dich sofort merklich besser und gesünder fühlst und mehr Energie für andere, wirklich produktive Dinge hast. Wenn du es nicht schaffst ganz auf Social Media zu verzichten, dann teile dir wenigstens feste Zeiten dafür ein, z.B. eine halbe Stunde täglich und auf keinen Fall gleich morgens nach dem Aufstehen!

2. Fokussiere dich nicht auf zu viele Dinge gleichzeitig

Betrachtet man die schiere Menge an Krisenherden auf dieser Welt kommt schnell der Wunsch auf überall mit anzupacken. Oft verbringen wir Stunden damit darüber nachzudenken hier und dort zu helfen, dies am Wochenende zu machen und auf diese Veranstaltung zu gehen. Oft wollen wir aber so viel machen, dass wir alles ein bisschen aber nichts so richtig tun.  Dies beraubt uns unserer ganzen Energie. Wir sind ausgelaugt, müde und haben das Gefühl nichts an den Zuständen ändern zu können.

Wir haben als Menschen die Pflicht unsere Mitmenschen wo es nur in unserer Macht steht zu unterstützen und ihnen gegenüber emphatisch zu sein. Gleichzeitig haben wir aber auch das Recht auf persönliches Wohlbefinden und Glück. Wenn du dich bei dem Versuch anderen zu helfen selber kaputt machst, hast du die Situation noch verschlimmert. Den Anderen ist nicht geholfen und du kannst ihnen auch nicht mehr helfen da es dir schlecht geht. Versuche doch stattdessen dich auf 1-2 Bereiche zu konzentrieren, bei denen du wirklich eine Veränderung herbeiführen kannst. Anderen zu helfen muss nicht immer bedeuten in einer sozialen Bewegung zu sein oder die ganze Zeit als Aktivistin unterwegs zu sein. Fang doch erstmal im kleinen an. Hast du geliebte Personen,  Familie, Kinder, Freunde? Sei für sie da, liebe sie bedingungslos, lerne zuzuhören und ihnen das Gefühl zu geben verstanden zu werden. Hilf deinen Geliebten sich in deiner Anwesenheit wohl und glücklich zu fühlen und schon hast du das Leben eines anderen Menschen positiv berührt. Du wirst sehen, dass sich dies wie eine Kettenreaktion auch positiv auf dein eigenes Leben auswirkt. Willst du mehr machen, dann überlege dir was du gut kannst, was dir leicht fällt und welche Ressourcen du realistisch zur Verfügung hast, ohne dass dein Alltag zu stark darunter leidet. Eine japanische Tradition names „Ikigai“, was so viel bedeutet wie „Sinn des Existenz“, besagt, dass jeder Mensch einen solchen Sinn hat. Wenn dieser entdeckt wird, dann wird das Helfen eine ganz natürliche Haltung die nicht mehr anstrengend ist sondern sogar Spaß macht. Deshalb mein Tipp versuche dein „Ikigai“ zu finden.

"Ikigai"
„Ikigai“ 

3. Ernähre dich gesund und bewege dich genug

Körper, Psyche und Seele bilden eine Einheit. Ist einer dieser drei Bereiche aus der Balance wirkt sich dies auch negativ auf die anderen Aspekte unserer Existenz aus. Dein Körper ist ein wunderbares Geschenk und ein wichtiger Teil von dir. Sich selbst zu lieben bedeutet deshalb auch seine Körper zu lieben, mit allen seinen Macken und Imperfektionen. Deshalb ist es wichtig deinem Körper das zu geben was er braucht. Versuche dich so gesund wie nur möglich zu ernähren. Da dies kein Ernährungsratgeber sein soll versuche dich an die folgenden einfachen Regeln zu halte: a)Achte darauf deinem Körper immer genug Flüssigkeit zuzuführen, mindestes 1,5 bis 2 Liter am Tag. b) Versuche zu jeder Mahlzeit etwas frisches zu dir zu nehmen, d.h Obst und Gemüse.  c) Vermeide so gut es geht, raffinierten Zucker und Süßgetränke zu dir zu nehmen. d) Versuche dich jeden Tag wenigstens für ein paar Minuten ein bisschen zu bewegen. Ob das Joggen, Kampfsport, Yoga oder ein langer Spaziergang ist bleibt dir selbst überlassen. Sport hilft beim Abbau des Stresshormons Cortisol und ist ein Ventil um angestaute Wut und Frustration auf produktive Weise abzubauen. Natürlich ist dieses Thema noch viel komplexer aber durch diese groben Richtlinien kannst du deine persönliche Wellness und Gesundheit schon deutlich verbessern. Denke dabei daran, dass es nicht um irgendeinen oberflächlichen Körperwahn geht. Es geht nur darum, dass du dich gut und leistungsfähig fühlst. John Travis, ein amerikanischer Arzt und Begründer der Wellness-Bewegung, sagte dass es bei Wellness und Gesundheit nicht darauf ankommt auf welcher Seite des Gesundheitsspektrums du dich befindest, sondern in welche Richtung du blickst.

4. Gönn dir Auszeiten

Ab und zu benötigt jeder Mensch eine Auszeit. Achte darauf, dass du dir deine wohlverdiente Pause gönnst. Wie du dies machst bleibt dir selber überlassen. Mir persönlich helfen gut geschrieben und empowernde Serien mit guten Charakteren, Videospiele, Bücher und Musik mich zu entspannen und abzuschalten. Auch Zeit mir Familie und Freunden, Ausflüge in die Natur und Reisen helfen auf andere Gedanken zu kommen.

Bedenke zu guter Letzt, dass Veränderung immer in langsamen Schritten kommen. Versuchst du zu viel auf einmal umzusetzen geht es ein paar Tage gut und dann ist man völlig erschöpft und verfällt wieder in die gewohnten Muster. Lass dir Zeit und benutze von den Strategien nur die, die dir wirklich nützlich erscheinen. Jeder Mensch ist schließlich anders.

Bild: Moyan Brenn, CC-BY 2.0, No changes made

Christian Kabengele

I am a politically interested Blogger, academic and student of economics. I am active in numerous initiatives, which represent minorities in Germany. I write about international relations, politics, economics and philosophy and much more. I am committed to be part of a positive change.

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